Dokumente aus Russland für den Immobilienkauf im Ausland 2026
Dokumente aus Russland für den Immobilienkauf im Ausland 2026
Leitfaden für Investoren, Relokanten und alle, die sich einen „Rettungsanker” im Ausland aufbauen möchten — unter Berücksichtigung der verschärften Devisenkontrollvorschriften und der FNS-Anforderungen, die 2026 in Kraft getreten sind.
Der Erwerb von Immobilien im Ausland ist im Jahr 2026 keine einfache Investitionsentscheidung mehr. Für russische Staatsbürger ist es mittlerweile eine komplexe Operation, die die gleichzeitige Berücksichtigung von drei Rechtskreisen erfordert: dem Recht des Kauflandes, der russischen Devisenkontrolle und der steuerlichen Berichterstattung gegenüber der FNS.
Ein formelles Verbot des Erwerbs ausländischer Immobilien für Russen gibt es nicht. In der Praxis haben die Banken jedoch die Devisenkontrolle deutlich verschärft, und die FNS hat 2026 die Überprüfung ausländischer Konten und Vermögenswerte erheblich intensiviert. Ein Fehler bei der Dokumentation kann nicht nur zum Scheitern der Transaktion führen, sondern auch zu Strafgeldern von bis zu 100 % des Transaktionsvolumens oder gar zur Kontosperrung.
In diesem Beitrag erläutern wir das vollständige Dokumentenpaket, die aktuellen Anforderungen des Jahres 2026 und einen detaillierten Schritt-für-Schritt-Plan — damit Ihre Transaktion reibungslos und gesetzeskonform abläuft.
Dokumentenpaket: Was Sie in Russland sammeln müssen
Der Standardumfang für den Immobilienkauf im Ausland umfasst sowohl grundlegende Identifikationsdokumente als auch finanzielle Nachweise. Die Anforderungen variieren je nach Zielland — die VAE, die Türkei, Zypern, Thailand, Oman und die Karibikstaaten haben jeweils eigene Besonderheiten —, doch die Grundlage ist universell. Im Folgenden gehen wir jeden Dokumenttyp im Detail durch.
1. Reisepass
Anforderungen:
- Gültigkeitsdauer von mindestens 6–12 Monaten nach dem voraussichtlichen Transaktionsdatum
- Mindestens 2 freie Seiten für Visa und Stempel
- Bei Namensänderung: alle vorherigen Pässe mit einer lückenlosen Erklärungskette
Besonderheit 2026: Für einige Länder (VAE, Saudi-Arabien) ist ein Reisepass des neuen Typs (biometrisch, 10 Jahre Gültigkeit) erforderlich. Die alten 5-jährigen Pässe können bei ausländischen Notaren zusätzliche Fragen aufwerfen und in bestimmten Fällen nicht akzeptiert werden. Prüfen Sie daher vorab, ob Ihr Reisepass den Anforderungen des Ziellandes entspricht.
Tipp: Wenn Ihr Reisepass in absehbarer Zeit abläuft, beantragen Sie rechtzeitig einen neuen. Eine Verlängerung während einer laufenden Immobilientransaktion kann zu Verzögerungen von mehreren Wochen führen, da alle Dokumente auf den neuen Pass abgestimmt werden müssen.
2. Führungszeugnis (mit Apostille)
Eines der am häufigsten nachgefragten Dokumente bei Immobilientransaktionen im Ausland. Es wird in praktisch allen Ländern verlangt für:
- Die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis beim Immobilienkauf (Türkei, VAE, Thailand)
- Die Eröffnung eines Bankkontos als Nichtansässiger
- Die Eintragung des Eigentumsrechts auf eine natürliche Person
So wird es ausgestellt:
- Führungszeugnis beim russischen Innenministerium (MWD) beantragen (über Gosuslugi oder persönlich)
- Apostille beim russischen Justizministerium anbringen lassen (für Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens)
- Notarielle Übersetzung in die Sprache des Kauflandes anfertigen lassen
Bearbeitungszeit: ab 3 Wochen (MWD) + 1–3 Werktage (Apostille).
Wichtig: Das Führungszeugnis hat eine begrenzte Gültigkeitsdauer — in der Regel 3–6 Monate. Planen Sie die Beantragung so, dass es zum Zeitpunkt der Transaktion noch gültig ist. Andernfalls müssen Sie das gesamte Verfahren wiederholen, was wertvolle Zeit kostet. Ausführliche Informationen zur Prozedur finden Sie in unserem Leitfaden zum Führungszeugnis mit Apostille.
3. Heirats-/Scheidungsurkunde / Namensänderung
Wenn Sie verheiratet sind, verlangen die meisten Länder eine notarielle Einwilligung des Ehepartners zum Immobilienkauf und zum Kapitaltransfer. Dies gilt sowohl für gemeinsames Eigentum als auch für alleineiges Vermögen — dasFamilyrecht vieler Länder erkennt den ehelichen Güterstand auch bei alleinigem Erwerb an.
Vorzubereitende Dokumente:
- Heiratsurkunde (mit Apostille und Übersetzung)
- Ehevertrag (falls vorhanden) — mit notarieller Übersetzung
- Bei Scheidung — Scheidungsurkunde mit Apostille und Übersetzung
- Bei Namensänderung — entsprechende gerichtliche oder standesamtliche Urkunden
Hinweis: In der Türkei und auf Zypern ist die notarielle Einwilligung des Ehepartners zwingend, auch wenn der Kauf aus eigenen Mitteln erfolgt. Fehlt diese Einwilligung, kann der Notar den Vertrag nicht beurkunden.
4. Nachweis der Mittelherkunft
Dies ist ein kritisch wichtiges Dokument im Jahr 2026. Die Bankenaufsicht in russischen Banken hat sich massiv verschärft, und bei der Überweisung größerer Beträge ins Ausland wird die Bank Sie nach einem Nachweis der Mittelherkunft fragen. Ohne diesen Nachweis wird die Überweisung abgelehnt.
Folgendes wird akzeptiert:
- Bescheinigung 2-NDFL oder 3-NDFL für 1–3 Jahre
- Kaufverträge über Vermögenswerte (Wohnung, Fahrzeug, Unternehmen)
- Schenkungs- oder Erbverträge
- Dividendenauszüge von Unternehmen
- Kontoauszüge über Bankeinlagen
Kontrollschwellenwert: Bei Überweisungen ab 600 000 ₽ (Äquivalent) ist die Bank zur Prüfung verpflichtet. Bei Bargeldeinfuhr ab $10 000 in die EAU-Staaten ist die Deklaration der Mittelherkunft zwingend erforderlich.
Praxistipp: Bereiten Sie den Nachweis der Mittelherkunft bereits im Vorfeld der Transaktion vor. Je früher Sie die entsprechenden Dokumente zusammenstellen, desto reibungsloser verläuft die Banküberweisung. Bedenken Sie, dass die Bank zusätzlich zum Nachweis der Mittelherkunft auch den Kaufvertrag und die Rechnung des Verkäufers sehen möchte.
5. Einkommens- und Steuerresidenzbescheinigung
Für die Eröffnung eines Kontos bei einer ausländischen Bank müssen Sie Ihren Steuerstatus nachweisen. Dies ist 2026 aufgrund des automatischen Informationsaustauschs (CRS — Common Reporting Standard) besonders relevant. Ausländische Banken sind verpflichtet, die Steuerresidenz ihrer Kunden zu ermitteln und entsprechende Informationen an die Heimatbehörde weiterzuleiten.
Dokumente:
- Bescheinigung der FNS über die russische Steuerresidenz (Formular KND 1120015)
- 3-NDFL für das Vorjahr
- Nachweis des Meldeadresse (Auszug aus dem Melderegister oder Nebenkostenabrechnung mit Übersetzung)
6. Vollmacht (für Transaktionen ohne persönliche Anwesenheit)
Viele Käufer erwerben Immobilien aus der Ferne, ohne in das Kaufland zu reisen. In diesem Fall ist eine notarielle Vollmacht für einen Anwalt, Makler oder eine Vertrauensperson erforderlich, die die Dokumente in Ihrem Namen unterzeichnet. Dies ist eine neue, zunehmend wichtige Kategorie von Dokumenten, da der Fernkauf von Immobilien 2026 deutlich häufiger geworden ist.
So wird sie ausgestellt:
- Vollmacht bei einem russischen Notar errichten mit Angabe der Befugnisse (Vertragsunterzeichnung, Eigentumseintragung, Kontoeröffnung)
- Apostille auf der Vollmacht anbringen lassen (für Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens) oder konsularische Legalisation durchführen lassen (für Nichtvertragsstaaten)
- Notarielle Übersetzung in die Sprache des Kauflandes anfertigen lassen
Tipp: Geben Sie in der Vollmacht einen möglichst umfassenden Katalog von Befugnissen an — von der Unterzeichnung des Vorvertrags bis zur Verwaltung von Bankkonten. Eine Vollmacht mit zu eng gefassten Befugnissen kann sich als unzureichend erweisen, und die Ausstellung einer neuen Vollmacht kostet Wochen. Denken Sie auch an Befugnisse für die Kommunikation mit Behörden und die Entgegennahme von Postzustellungen.
Wichtige Änderungen 2026
Devisenkontrolle: Was erlaubt ist, was nicht
Vom 8. Dezember 2025 bis zum 7. Juni 2026 hält die Zentralbank Russlands eine Reihe von Beschränkungen für Devisentransaktionen aufrecht. Was bedeutet das konkret für den Immobilienkäufer:
| Operation | Status 2026 | Kommentar |
|---|---|---|
| Überweisung vom eigenen russischen Konto auf eigenes ausländisches Konto | Erlaubt | Limit hängt von der Bank ab, Nachweis des Zwecks erforderlich |
| Überweisung an Dritte (Immobilienverkäufer) | Erlaubt | Mit zwingender Vorlage des Kaufvertrags |
| Bargeldeinfuhr in EAU-Staaten | Eingeschränkt | Über $10 000 Äquivalent — Deklaration der Mittelherkunft |
| Einfuhr von Bargeld-Rubel in die EAU | Verboten ab $100 000 Äquivalent | Seit 1. April 2026 |
| Einfuhr von Goldbarren | Verboten ab 100 g | Seit 1. Mai 2026 |
Praktischer Tipp: Für die Zahlung von Immobilien im Ausland im Jahr 2026 ist das optimale Verfahren die bargeldlose Überweisung vom Konto bei einer russischen Bank auf das Konto des Verkäufers oder ein Notaranderkonto (Escrow). Die Banken verlangen die Vorlage von:
- Kaufvertrag (übersetzt und notariell beglaubigt)
- Rechnung (Invoice) des Verkäufers
- Nachweis der Mittelherkunft
Versuchen Sie nicht, die Devisenkontrolle durch Aufteilung des Betrags in mehrere kleinere Überweisungen zu umgehen — dies wird von den Banken erkannt und kann zur Sperrung aller beteiligten Konten führen.
FNS-Anforderungen: Meldungen und Berichterstattung
Die FNS hat 2026 die Kontrolle über ausländische Vermögenswerte russischer Staatsbürger erheblich verschärft. Folgendes ist zwingend zu beachten:
1. Meldung über die Eröffnung eines Kontos bei einer ausländischen Bank
- Frist: innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung
- Verfahren: über das persönliche Steuerkonto auf der Website der FNS oder über Gosuslugi
- Strafe bei Fristversäumnis: bis zu 5 000 ₽
2. Bericht über die Geldbewegungen (ODDS)
- Frist: jährlich bis zum 1. Juni für das Vorjahr
- Abzugeben für jedes ausländische Konto, wenn der Umsatz 600 000 ₽ überstieg oder der Endbestand diesen Betrag überschreitet
3. Meldung über die Beteiligung an ausländischen Organisationen
- Wenn die Immobilie auf eine ausländische Gesellschaft eingetragen ist (beliebtes Modell in den VAE, auf Zypern, in Montenegro)
- Frist: bis zum 1. März des auf den Berichtszeitraum folgenden Jahres
Wichtig: Seit 2026 nutzt die FNS aktiv den automatischen Informationsaustausch (CRS) mit über 100 Ländern. Wenn Sie keine Meldung einreichen, aber Informationen über Ihr Konto aus einer anderen Jurisdiktion eingehen, beträgt die Strafe bis zu 40 % der nicht deklarierten Transaktionen. Die CRS-Daten werden automatisch abgeglichen — eine Verschweigung lohnt sich also keinesfalls.
Steuern: Was und wo zahlen
In Russland
Gute Nachricht: Ausländische Immobilien unterliegen in der Russischen Föderation nicht der Grundsteuer für natürliche Personen. Sie erhalten keine jährlichen Steuerbescheide der FNS für eine Wohnung in Dubai oder eine Villa in Antalya.
Was steuerpflichtig ist:
- Mieteinkünfte — 13 % Einkommensteuer für russische Steuerinländer (oder 15 % bei Einkommen über 5 Mio. ₽ pro Jahr)
- Verkaufserlöse — 13 % Einkommensteuer, wenn die Immobilie weniger als die Mindesthaltefrist im Eigentum war (in der Regel 3–5 Jahre)
- Dividenden aus einer ausländischen Eigentümergesellschaft — 13–15 % Einkommensteuer
Abgabefrist für 3-NDFL: bis zum 30. April des auf den Berichtszeitraum folgenden Jahres.
Im Ausland
Jedes Land hat seine eigenen steuerlichen Regelungen. Kurze Übersicht zu den beliebtesten Zielländern:
| Land | Kaufsteuer | Jährliche Steuer | Steuer auf Mieteinkünfte |
|---|---|---|---|
| VAE (Dubai) | 4 % (DLD-Gebühr) | Keine | 0 % (keine Einkommensteuer) |
| Türkei | 4 % (Gebühr) | 0,1–0,6 % | 15–35 % progressiv |
| Zypern | 0 % (abgeschafft) | 0 % (bis 12 500 €) | 0–35 % progressiv |
| Thailand | 2–6 % | 0,02–0,1 % | 0–35 % (für Nichtansässige) |
| Oman | 3 % | 0 % | 0 % (in Freizonen) |
Hinweis: Die Steuer informationen in dieser Tabelle sind eine Übersicht und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung. Die tatsächliche Steuerbelastung hängt von Ihrem persönlichen Status, der Art der Immobilie und möglichen Doppelbesteuerungsabkommen ab. Zypern hat beispielsweise ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Russland, das die Steuerlast erheblich reduzieren kann.
Schritt-für-Schritt-Plan der Transaktion
Phase 1: Vorbereitung (4–6 Wochen)
- Zielland und Immobilientyp bestimmen (fertiggestellt vs. off-plan)
- Konto bei einer ausländischen Bank eröffnen (fernmündlich oder bei persönlicher Vorsprache)
- Meldung an die FNS über Kontoeröffnung abgeben (30 Tage)
- Dokumentenpaket in Russland zusammenstellen:
- Reisepass
- Führungszeugnis (vorab beantragen — 3 Wochen)
- Heiratsurkunde
- Bescheinigungen 2-NDFL / 3-NDFL
- Kontoauszüge der letzten 12 Monate
- Dokumente legalisieren — Apostille oder konsularische Legalisation
Zeitplanung: Beginnen Sie mit der Dokumentenvorbereitung mindestens 6 Wochen vor dem gewünschten Transaktionsdatum. Das Führungszeugnis allein dauert bis zu 3 Wochen, und unvorhergesehene Verzögerungen bei der Apostille oder der Bankkontoeröffnung sind keine Seltenheit.
Phase 2: Transaktion (2–4 Wochen)
- Reservierung des Objekts (Buchungsgebühr, in der Regel 5–10 %)
- Rechtliche Due-Diligence-Prüfung — Überprüfung der Eigentumsverhältnisse, Belastungen, Entwicklerstatus
- Unterzeichnung des Vorvertrags (MOU / SPA)
- Überweisung der Mittel aus Russland auf das Notaranderkonto oder das Konto des Verkäufers
- Eintragung des Eigentumsrechts im lokalen Grundbuch
Achtung: Bei Off-Projekt-Käufen (im Voraus von der Planung) ist die Zahlungsstruktur in der Ratenzahlung geregelt. Stellen Sie sicher, dass jede Rate den Devisenkontrollvorschriften entspricht und von der Bank freigegeben wird.
Phase 3: Nach der Transaktion (fortlaufend)
- ODDS-Bericht bei der FNS bis zum 1. Juni des folgenden Jahres einreichen
- Mieteinkünfte deklarieren (falls zutreffend)
- Jährliche Steuererklärung im Land des Immobilienstandorts abgeben
- Bei Vermietung: Steuererklärung im Sitzland der Immobilie sowie in Russland (Doppelbesteuerung prüfen!)
Dokumentenlegalisation: Apostille oder konsularische Legalisation?
Die Wahl des Legalisationsverfahrens hängt vom Land ab, in dem das Dokument verwendet werden soll. Von der richtigen Entscheidung hängt ab, ob Ihre Dokumente von der ausländischen Behörde akzeptiert werden. Eine falsche Legalisation bedeutet im schlimmsten Fall, dass Sie die Dokumente neu beschaffen und den gesamten Prozess wiederholen müssen.
Apostille (vereinfachte Legalisation)
Für welche Länder: 120+ Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens von 1961.
Liste beliebter Zielländer:
- Türkei, VAE, Oman, Zypern
- Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland
- USA, Großbritannien, Israel
- Alle GUS-Staaten (Kasachstan, Armenien, Belarus)
Bearbeitungszeit: 1–5 Werktage Kosten: ab 3 500 ₽ pro Dokument
Bitte beachten: Die VAE sind 2023 dem Haager Übereinkommen beigetreten. Seit dem 31. August 2023 reicht für Dokumente, die in den VAE verwendet werden, die Apostille — die konsularische Legalisation ist nicht mehr erforderlich. Dies hat den Dokumentenprozess für Immobilienkäufe in Dubai und den anderen Emiraten erheblich vereinfacht. Weitere Details finden Sie in unserem Artikel zur konsularischen Legalisation.
Konsularische Legalisation (vollständig)
Für welche Länder: Nichtvertragsstaaten des Haager Übereinkommens.
Liste beliebter Zielländer:
- China, Katar, Saudi-Arabien
- Kanada, Indonesien, Malaysia
- Thailand (für bestimmte Dokumenttypen)
Verfahrensschritte: Justizministerium RF → Außenministerium RF → Konsulat des Bestimmungslandes Bearbeitungszeit: 2–4 Wochen Kosten: ab 5 000 ₽ pro Dokument
Wichtiger Hinweis zu Duplikaten: Auf ein und dasselbe Originaldokument können nicht beide Legalisationsformen (Apostille und konsularische Legalisation) angebracht werden. Wenn Sie einen Kauf in mehreren Ländern mit unterschiedlichen Legalisationsanforderungen planen, bestellen Sie Duplikate der Dokumente beim Standesamt (ZAGS) oder beim MWD und legalisieren Sie jeden Satz separat — einen mit Apostille, den anderen über die konsularische Legalisation. Dies ist der einzig korrekte Weg und wird von allen Behörden anerkannt.
Typische Fehler und wie man sie vermeidet
Fehler 1: Kauf über eine Offshore-Gesellschaft ohne Meldung an die FNS
Viele Käufer lassen Immobilien auf eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln, den Seychellen oder in den VAE eintragen. Das ist legal, erfordert aber zwingend die Meldung an die FNS über die Beteiligung an einer ausländischen Organisation. Strafe bei Nichtmeldung: bis zu 500 000 ₽. Zusätzlich können Strafen für verspätete Einreichung der Finanzberichterstattung der kontrollierten ausländischen Gesellschaft (KIK) erhoben werden.
Fehler 2: Verwendung von Kryptowährungen zur Zahlung
Im Jahr 2026 ist die direkte Bezahlung von Immobilien mit Kryptowährung aus Russland praktisch nicht möglich. Die meisten Verkäufer und Notare fordern Fiat-Überweisungen. Versuche, die Devisenkontrolle über Krypto zu umgehen, werden als Gesetzesverstoß qualifiziert und können zur strafrechtlichen Verfolgung führen. Zudem besteht das Risiko, dass die Immobilie nachträglich als aus illegalen Mitteln erworben eingestuft wird.
Fehler 3: Fehlende Apostille auf dem Führungszeugnis
Ein russisches Führungszeugnis ohne Apostille wird in keinem Vertragsstaat des Haager Übereinkommens akzeptiert. Eine Übersetzung ohne Apostille ist rechtlich ungültig. Bestellen Sie das Führungszeugnis mit Apostille rechtzeitig — die nachträgliche Apostillierung kostet zusätzliche Zeit und Geld.
Fehler 4: Verspätete Abgabe der 3-NDFL
Die Abgabefrist für die Steuererklärung ist der 30. April. Strafe: 5 % der nicht gezahlten Steuer für jeden Monat der Verspätung, mindestens jedoch 1 000 ₽. Bei längerer Säumnis können zusätzliche Strafen und Zwangsmaßnahmen folgen.
Fehler 5: Falsche Berechnung der Steuerresidenz
Wenn Sie sich weniger als 183 Tage im Jahr in Russland aufhalten, verlieren Sie den Status des russischen Steuerinländers. Im Jahr 2026 gilt für Nichtansässige ein Einkommensteuersatz von 30 % auf Einkünfte aus russischen Quellen. Dies kann besonders schmerzhaft sein, wenn Sie in Russland Einkünfte aus Miete, Dividenden oder Gehalt beziehen.
Fehler 6: Vollmacht mit unzureichenden Befugnissen
Wenn Sie die Immobilie über einen Vertreter kaufen, die Vollmacht ihm aber nicht das Recht gibt, ein Konto zu eröffnen oder den endgültigen Vertrag zu unterzeichnen, kann die Transaktion ins Stocken geraten oder gar scheitern. Eine neue Vollmacht muss ausgestellt werden — das bedeutet erneut Notar, Apostille, Übersetzung und mindestens 1–2 Wochen Verzögerung. Formulieren Sie die Vollmacht daher von Anfang an umfassend.
Dokumenten-Checkliste vor der Transaktion
Dokumente aus Russland:
- Reisepass (Gültigkeit 12+ Monate)
- Innerer russischer Pass (Kopie aller Seiten)
- Führungszeugnis + Apostille + notarielle Übersetzung
- Heirats-/Scheidungsurkunde + Apostille + Übersetzung
- Geburtsurkunde der Kinder (falls die Aufenthaltserlaubnis für die Familie beantragt wird)
- Bescheinigung der FNS über die Steuerresidenz
- 2-NDFL oder 3-NDFL für 1–3 Jahre
- Kontoauszüge der letzten 12 Monate
- Nachweise zur Mittelherkunft (Kauf-, Schenkungs-, Erbverträge)
- Notarielle Einwilligung des Ehepartners (falls verheiratet)
- Vollmacht für den Vertreter (falls Kauf ohne persönliche Anwesenheit) + Apostille + Übersetzung
Dokumente für die FNS (nachträglich einreichen):
- Meldung über Kontoeröffnung (30 Tage)
- ODDS-Bericht (bis zum 1. Juni des folgenden Jahres)
- Meldung über Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft (falls zutreffend)
Tipp: Drucken Sie sich diese Checkliste aus und arbeiten Sie sie Punkt für Punkt ab. Markieren Sie jedes Dokument, sobald es vollständig ist (Original + Apostille + Übersetzung). So behalten Sie den Überblick und vermeiden unangenehme Überraschungen kurz vor der Transaktion.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| Beschaffung von Bescheinigungen in Russland | 2–3 Wochen |
| Apostille der Dokumente | 1–5 Werktage |
| Konsularische Legalisation | 2–4 Wochen |
| Notarielle Übersetzung | 1–3 Werktage |
| Kontoeröffnung im Ausland | 1–4 Wochen |
| Ausstellung der Vollmacht | 1 Tag |
Gesamt: Mindestens 4–6 Wochen für die vollständige Vorbereitung. Bei komplexen Fällen (konsularische Legalisation erforderlich, mehrere Länder) kann sich die Dauer auf 8–10 Wochen verlängern. Planen Sie den Kauf im Voraus, damit die Transaktion nicht an bürokratischen Verzögerungen scheitert.
Wann Sie Fachleute hinzuziehen sollten
Die selbstständige Vorbereitung von Dokumenten für den Immobilienkauf im Ausland ist nur in einfachen Fällen gerechtfertigt (Kauf eines fertiggestellten Objekts in den VAE oder der Türkei auf eine natürliche Person). In allen anderen Fällen ist die Unterstützung durch erfahrene Fachleute nicht nur empfehlenswert, sondern wirtschaftlich sinnvoll — denn ein Fehler kann deutlich teurer kommen als die Beratung.
Sie brauchen auf jeden Fall einen Fachmann, wenn:
- Sie die Immobilie auf eine juristische Person oder einen Trust kaufen
- Sie eine Aufenthaltserlaubnis / Staatsbürgerschaft durch Investitionen anstreben
- Sie eine komplexe Vermögensstruktur haben (mehrere Jurisdiktionen)
- Sie Gewerbeimmobilien oder ein Unternehmen erwerben
- Das Transaktionsvolumen $500 000 übersteigt (erhöhte Aufmerksamkeit von Banken und FNS)
- Schwierigkeiten bei der Bestätigung der Mittelherkunft bestehen
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Häufig gestellte Fragen
Wird eine Apostille auf den Reisepass für den Immobilienkauf im Ausland benötigt?
Nein, auf den Reisepass wird keine Apostille gesetzt. Der Reisepass ist ein Dokument internationalen Formats und wird ohne zusätzliche Legalisation anerkannt. Für den inneren russischen Pass kann jedoch eine notarielle Kopie mit Übersetzung erforderlich sein, insbesondere bei der Eröffnung eines ausländischen Bankkontos.
Kann man eine Immobilie im Ausland kaufen, ohne Russland zu verlassen?
Ja, das ist über eine notarielle Vollmacht für einen Vertreter (Anwalt, Makler, Angehörigen) möglich. Die Vollmacht muss bei einem russischen Notar ausgestellt, mit Apostille versehen und notariell in die Sprache des Kauflandes übersetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Vollmacht alle erforderlichen Befugnisse umfasst — von der Vertragsunterzeichnung über die Kontoeröffnung bis zur Eigentumseintragung. Die Gesamtdauer der Dokumentenvorbereitung für einen Fernkauf beträgt 5–7 Wochen.
Was kostet die Legalisation von Dokumenten für eine Transaktion?
Die Kosten hängen vom Legalisationsverfahren und der Anzahl der Dokumente ab. Apostille — ab 3 500 ₽ pro Dokument (1–5 Werktage), konsularische Legalisation — ab 5 000 ₽ pro Dokument (2–4 Wochen). Notarielle Übersetzung — ab 1 200 ₽ pro Seite. Das komplette Paket für eine typische Transaktion (5–7 Dokumente) kostet zwischen 25 000 und 60 000 ₽. Hinzu kommen ggf. Kosten für internationalen Dokumentenversand.
Wie überweist man Geld für eine Immobilie im Jahr 2026?
Das optimale Verfahren ist die bargeldlose Überweisung vom Konto bei einer russischen Bank auf das Konto des Verkäufers oder ein Notaranderkonto. Die Bank fordert den Kaufvertrag, eine Rechnung und den Nachweis der Mittelherkunft. Eine Überweisung auf das eigene ausländische Konto ist ebenfalls möglich, erfordert danach aber eine separate Überweisung an den Verkäufer. Die Bargeldeinfuhr ist beschränkt: über $10 000 in EAU-Staaten — mit Deklaration der Mittelherkunft.
Was passiert, wenn man die FNS nicht über das ausländische Konto informiert?
Die Strafe für die Versäumung der Meldefrist beträgt bis zu 5 000 ₽. Die eigentliche Gefahr liegt jedoch woanders: Wenn die FNS über den automatischen Informationsaustausch (CRS) von Ihrem Konto erfährt und Sie keine Meldung eingereicht haben, kann die Strafe bis zu 40 % der nicht deklarierten Transaktionen betragen. Zudem sind Kontosperrung und verwaltungsrechtliche Maßnahmen möglich. Seit 2026 nimmt die FNS den CRS-Datenabgleich sehr ernst — die Wahrscheinlichkeit, dass ein nicht gemeldetes Konto entdeckt wird, ist deutlich gestiegen.
Muss man in Russland Steuern auf ausländische Immobilien zahlen?
Die Immobilie selbst unterliegt in Russland nicht der Grundsteuer. Sie sind jedoch verpflichtet, die Einkommensteuer von 13 % auf Mieteinkünfte und auf den Gewinn beim Verkauf zu zahlen (falls die Haltedauer weniger als 3–5 Jahre beträgt). Die Steuererklärung 3-NDFL ist bis zum 30. April des auf den Berichtszeitraum folgenden Jahres abzugeben. Bei Bestehen eines Doppelbesteuerungsabkommens kann die Steuerlast reduziert werden.
Wie lange ist das Führungszeugnis für eine Transaktion gültig?
Das Führungszeugnis ist je nach den Anforderungen des Landes 3–6 Monate gültig. Wir empfehlen, es nicht früher als 2 Monate vor dem voraussichtlichen Transaktionsdatum zu beantragen, damit es zum Zeitpunkt der Dokumentenvorlage nicht abgelaufen ist. Beachten Sie, dass die Frist ab dem Ausstellungsdatum und nicht ab dem Datum der Apostille läuft.